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"Interview mit Prof. Christiaan Danhoff"
E. G.:
Herr Prof. Danhoff.
Was ist der Anlass das Sie mit diesem Interview in die Öffentlichkeit
gehen?
Prof. C. D.:
Es ist der nahende
Winter und die damit verbundenen Schwierigkeiten die auf uns
zukommen, und unsere momentane Situation rund um den Gnadenhof.
Aber
Insgesamt
ist eher ungewöhnlich, dass eine
Institution wie ich sie führe, "hierzulande" mit existenziellen
Problemen banalster Art zu kämpfen hat.
Man riet mir deshalb auch zu mehr
Öffentlichkeitsarbeit, denn so lange wir nicht an die Öffentlichkeit
gehen, existieren wir quasi gar nicht,
deshalb wäre ich jedem Leser dieses
Beitrags unendlich dankbar, wenn er dieses Schreiben weiterempfehlen
könnte.
E. G.:
Wie finanzieren Sie
ihren Gnadenhof für hilflose Tiere, die ohne Sie verloren wären und die
keiner mehr haben möchte?
Prof. C. D.:
Wir existieren durch
großzügige Spenden von Tierliebhabern, die ein Herz für Tiere haben und
unsere Animalfarm durch eine Sendung kennen lernten.
Diese
Sendung wurde vom Bayerischen Fernsehen produziert und mehrfach
gesendet. Sie heißt „Der Tänzer und seine Tiere“ und erschien in
der Reihe „Lebenslinien“. Nach der Erstausstrahlung riefen viele
Tierfreunde bei mir an und fragten wie sie mir helfen können.
E. G.:
Es fällt mir auf,
dass Ihr Tierheim aus allen Nähten platzt. Ist es möglich, dass Sie ein
größeres Anwesen benötigen, um all Ihre Tiere gut unterzubringen?
Prof. C. D.:
Ja, da sprechen sie
mir aus dem Herzen, wir sind auf der Suche nach einem größeren Haus mit
Grundstück, ein allein stehender Bauernhof wäre ideal, wo die Tiere
Auslauf hätten und keine Nachbarn stören würden.
Eine
stillgelegte Fabrik wäre auch eine gute Lösung oder ein Lagerhaus mit
Wohnung in unbewohnter Gegend, fernab von dicht besiedelten
Wohngebieten. Denn es ist ganz natürlich, dass Hunde bellen und dies
auch nachts. Zudem haben Eltern von kleinen Kindern, aufgeheizt durch
Horrormeldungen der Boulevardpresse über so genannte gefährliche Hunde
("LISTENHUNDE") Angst vor diesen Rassen, die in Wirklichkeit völlig
harmlos und überhaupt nicht gefährlich sind. Auch deshalb sollte die
Heimat für unsere Vierbeiner auf dem Lande oder am Waldrand liegen.
E. G.:
Wie ich feststelle,
ist Ihr derzeitiger Wohnsitz ein Einfamilienhaus, in dem Sie zusammen
mit ca. 60 Tieren auf viel zu engem Raum hausen. Deshalb haben Sie wohl
um das Haus herum zahlreiche Gehege angelegt. Dies mag im Sommer
funktionieren, aber wie lösen Sie diese Situation im Winter?
Prof. C. D.:
Nun, das ist nicht
so einfach, im Winter hole ich das ganze Rudel ins Haus, aber es stehen
uns zu wenig Räume zur Verfügung. Wissen Sie Herr Glede, ich kann mich
hier nicht einmal an einen Tisch setzen, essen und einfach für mich
sein, die Hunde und Katzen sind überall. Die Küche ist gleichzeitig der
Futterraum für meine Tiere, die Katzen stehen dann schon ungeduldig auf
dem Tisch und die Hunde stupsen mich von unten an. Es ist alles noch
machbar, aber Gott behüte, wenn ich krank werden sollte. Es gibt auch
kein Zimmer in dem ich meinen Computer abstellen kann, um wichtige
organisatorische Dinge zu erledigen, die Hunde werfen alles um. Zu guter
letzt besitze ich nicht mal ein Zimmer für mich alleine, in dem ich mich
zurückziehen kann, nicht einmal zum schlafen. Deshalb suchen wir
dringend eine neue, größere Behausung und appellieren an wohlhabende
Tierfreunde uns eventuell leer stehende Anwesen zur Verfügung zu stellen
z. B. für eine Pacht oder eine Miete.
E. G.:
Wurden Ihnen in
dieser Richtung schon Angebote offenbart?

Prof. C. D.:
Wir hatten in der
Tat schon mehrere Angebote. Allerdings wollten die Spender sich dann
bestimmend in meine Belange und Aufgaben einmischen, was ich allein
schon deshalb nicht zulassen kann, weil diese potentiellen Geldgeber von
sachgemäßer Tierpflege in der Praxis oft nicht genügend verstehen. Das
erinnert mich, der ich ja früher Ballettsolist und Ballettmeister war,
an gewisse Sponsoren, die dem Theater eine Summe Geld gespendet haben,
aber nur unter der Bedingung, dass sie dann Inszenierungsstil und
Star-Besetzung selber bestimmen konnten.
Das ist natürlich sachfremd und im Grunde keine echte und selbstlose
Hilfe.
Wissen Sie, ich
bezahle mir nicht einmal eine angemessene Vergütung aus den
Vereinseinnahmen, im Gegenteil ich stecke mein gesamtes privates Geld
das ich unter anderem mit Fitnesstraining, Ballett- und
Eiskunstlaufunterricht verdiene in die Animalfarm.
Ich könnte noch
nicht mal sagen, dass ich unter diesen Umständen von heute auf morgen
einfach kündige, dazu trage ich eine zu große Verantwortung.
E. G.:
Es sieht hier
ziemlich baufällig aus.
Prof.
C. D.:
Ja das stimmt. Das
Haus war schon abbruchreif als ich mit meinen Tieren einzog, aber die
Lage war sehr günstig und die Miete natürlich auch. Aber der nächste
Winter kommt jetzt, und dann kann uns nur noch der liebe Gott helfen.
Klapptüren wären z. B. auch eine sehr große Hilfe für mich, damit ich
nicht immer mitten in der Nacht aufstehen müsste um die Hunde raus zu
lassen, damit sie ihr Geschäft machen können.
E.
G.:
Womit kann man Ihnen
im Augenblick am besten und schnellsten helfen?
Prof.
C. D.:
Ganz dringend
brauchen wir ein neues Vordach, um die Hunde vor Regen und Schnee zu
schützen. Außerdem haben wir im Haus keine Heizung und brauchen deshalb
einen Pellet-Ofen. Auch fehlt mir ein leistungsstarker Schweiß-Apparat,
um schadhafte Gehege, Trennwände und Zäune zu reparieren, vor allem
brauchen wir ganz dringend ein neues Gartentor,
,
weil das alte im
letzten Winter kaputt ging.
Unsere Fenster und
Glastüren sind kaputt und undicht. Rund um das Grundstück müssen
Dränagen gelegt werden, damit das Wasser abfließen kann. Die Wege
sollten zum Teil mit Steinplatten ausgelegt werden und ergänzend mit
Kies aufgeschüttet werden.
E.
G.:
Das heißt: Sie
brauchen vor allem finanzielle Hilfe, Geld-Spenden.
Prof.
C. D.:
Es helfen uns nicht
nur große Beträge. Jede noch so kleine Geldspende hilft uns; denn wir
brauchen ja nicht nur Geld für Futter, sondern auch medizinische
Betreuung der Tiere. Einige von unseren Tieren müssen operiert werden
und Tierärzte sind teuer, Medikamente erst recht. Also, wenn jemand uns
helfen möchte, kann er dies schon mit einem Euro tun.
Für 1 € kauen 2
Hunde 3 Stunden auf einen Knochen rum. Das ist für sie wie Meditation.
Für mich mal eine Ruhepause.
E.
G.:
Ich habe gesehen,
dass es in Ihrem Stall an allen Ecken und Kanten bröckelt.
Prof. C. D.:
Manchmal wünschte
ich mir, ich wäre mit einem Maurer verheiratet. Aber eigentlich bräuchte
ich einen ganzen „Harem“, bestehend aus Maurer, Spengler, Schlosser,
Zimmermann, Elektroingenieur und Tierarzt. Wenn die dann alle so
selbstlos, energisch, christlich und tierlieb, wären wie ich, dann
hätten wir keine Probleme mehr und unsere Tiere würden endlich
würdevoller leben!

E. G.:
Ich unterhalte mich
jetzt mit Ihnen schon seit 2 Stunden und mir fällt auf, wie friedlich
und ruhig sich Ihre Tiere verhalten; kein Gebell und kein Streit
zwischen den Tieren. Wie kommt das?
Prof.
C. D.:
Meine Tiere sind
deshalb so lieb, so brav und so ausgeglichen, weil ich mich rund um die
Uhr um sie kümmere und mit ihnen spreche, als wären es Menschen, als
wären es meine Kinder, meine Familie. Wenn man lange genug die Tiere
streichelt, umarmt und ihnen Zuwendung an Zärtlichkeit, Liebe und
Vertrauen gibt, dann geben die Tiere dies auch zurück: Sie fühlen sich
bei mir geborgen und gut aufgehoben. Und das ist eben der Unterschied
zwischen „Animal Farm“ und dem städtischen Tierheim.
Wissen Sie, Herr
Glede, ich lebe für diesen Verein. Ich war z. B. das letzte mal im Jahr
1984 im Urlaub und habe seit dieser Zeit auch meinen Vater nicht mehr
gesehen, er ist nun im Alter von 84 Jahren sehr krank. Ein Spender würde
mir sogar ein Ticket schenken, damit ich meinen Vater nochmals in die
Arme schließen könnte und mich von ihm zu verabschieden, aber es kann
mich hier niemand vertreten. Es leben hier 34 Hunde, die sich voll und
ganz auf mich verlassen.
E.G.:
Das heißt
letztendlich, dass Ihr Gnadenhof Animal Farm eine moderne Ich-A.G. ist,
die nur deshalb so gut funktioniert, weil Sie wie kein anderer
Tierpfleger über Autorität, Vitalität, Energie und Ausstrahlung verfügen
und ganz offensichtlich sich so in die Psyche Ihrer Tiere

hineinversetzen,
dass die Tiere bei Ihnen aufblühen und eine würdige Existenz haben,
insbesondere alte und invalide Tiere, die keiner mehr haben will.
Prof. C. D.:
Ich habe in der Tat
schon viele Tiere die eingeschläfert werden sollten weil der
Kostenfaktor heute wichtig ist, die verhungert und verletzt waren,
wieder so aufgepäppelt, dass ich ihnen ein zweites Leben geschenkt habe;
und die Tiere danken es mir durch ihre Zuneigung und ihr Vertrauen.
Meine „Kern-Truppe“ ist zurzeit ein Rudel von 25 sehr großen Hunden
(Deutsche Doggen, Dogo Argentinos, Schäferhunde, Dobermänner, Cano
Corsos, Rottweiler, American Bulldog) die friedlich miteinander leben
und sich gegenseitig achten und akzeptieren. Sie bewegen sich frei,
spielen miteinander und gehorchen mir aufs Wort.
E.
G.:
Ja, darüber habe ich
mich am allermeisten gewundert: Das Sie die Tiere so positiv im Griff
haben, dass sie auf jeden Satz und jede Handbewegung von Ihnen sofort
parieren. Sie sind für mich gewissermaßen ein „Hundeflüsterer“ wie der
heilige Franziskus, der ja auch mit den Tieren so gesprochen hat, als
wären es Menschen die verstehen.
Das Gespräch mit Prof. Danhoff führte Edmund
Gleede am 12. Juli 2006 auf der Veranda von
Animal Farm
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Spendenaufruf
von S. K. Wittlin
Ich benutze die Gelegenheit und möchte meine Leser auf eine
Institution aufmerksam machen, die ich voll und ganz
unterstütze. Es ist dies die von Prof. Danhoff Christiaan
geführte „Animal- Farm“ in Bayern/BRD.
Auf diesem Hof lebt C. Danhoff zusammen mit
vielen Hunden (&anderen Tieren) die allermeist eine
schreckliche Vergangenheit hatten. Christiaans Herz gehört vor
allem den grossen Rassen und den zu Unrecht schlecht gemachten
Bullterrier, Staffs, Dobermanns, Dogos etc.! Misshandelte,
falsch- oder gar nicht erzogene Hunde finden in der Animalfarm
ein neues, tolles und gutes Zuhause.
Sollten Sie einmal nicht wissen was Sie mit ein paar Euro,
Franken, Dollar oder gar Drachmen anfangen wollen…………Ihre
Spende an die Animalfarm ist der beste Ort um zu spenden! Ihre
Spende, und dafür verbürge ich mich, wird zu 100% den Tieren
zugute kommen!
Im Namen von Christiaan Danhoff und seinen Tieren bedanke
ich mich jetzt schon für jede grosse, aber auch für jede noch
so kleine Spende. Danke, Merci,
Thank you, Grazie,
oder einfach wie man in Bayern zu sagen pflegt:
Vergelts Gott!
Bücher
von S. K. Wittlin können bestellt werden unter:
stefankwittlin@hotmail.com
oder:
hundetherapie@hotmail.com
Unter:
www.aphorismen.de
finden
sie weitere Beiträge.
Stefan K. Wittlin
Tierpsychologe--Kynologe--Buchautor
CH-4102 Binningen-BL
©Copyright by
S.K.Wittlin©
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